eine pflanzliche ernährung ist günstiger als du denkst…

Viele Menschen mit denen ich spreche, geben Bedenken an was die Kosten einer veganen Ernährung angeht. Kein Wunder, wenn man die Ersatzprodukte im Supermarkt sieht, meist teurer als ihre tierischen ‚Originale‘. Oder wenn man ein veganes Kochbuch aufschlägt und man erst mal ratlos von den unbekannten Zutaten liest, fragt man sich zum einen, wo man diese kauft, und zum anderen, wie teuer sie wohl sein mögen…
Natürlich ist es eine wunderbare Erfahrung neue Nahrungsmittel zu entdecken, und es macht viel Spaß das alles auszuprobieren, es ist sogar einer der schönsten Nebeneffekte der Umstellung, das neue Interesse am Kochen und an Lebensmittel im Allgemeinen. Aber es ist eben auch nicht ganz günstig, und das schreckt leider viele ab.
Es ist allerdings in den meisten Fällen wesentlich günstiger sich pflanzlich zu ernähren als tierische Produkte zu kaufen. Wenn man anstelle von Fleisch Bohnen kauft, ist das im Kilopreis natürlich günstiger. Wenn du also beim Einkaufen aufs Geld schauen musst und Angst davor hast dich in enorme Unkosten zu stürzen wenn du dich pflanzlich ernährst, habe ich ein paar Grundregeln zusammen gestellt, die es dir leichter machen dich in der pflanzlichen Ernährung zurecht zu finden, und am Ende sogar noch ganz viel Geld zu sparen. Das zum Beispiel in eine neue, tolle vegane Tasche oder Schuhe umdisponiert werden kann… 🙂

1. Du musst nicht alles bei der Bio Company oder Veganz kaufen
Ja, es macht viel Spaß… ein bisschen wie Weihnachten oder Geburtstag für uns Pflanzenfresser, und einkaufen kann und sollte auch ein schönes Erlebnis sein. Aber es ist halt auch richtig, richtig teuer… Geh in einem ’normalen‘ Supermarkt einkaufen. Die meisten Discounter haben mittlerweile eigene Bio Hausmarken und auch Pflanzenmilch. Du bekommst zwar nicht alles was du in einem veganen Supermarkt bekommen würdest, aber erstens, brauchst du die Hälfte sowieso nicht (man muss nicht jeden Tag eine Tafel Schokolade essen) und zweitens, du wolltest schließlich Geld sparen.

2. Du musst nicht ALLES Bio kaufen
Im letzten Blogbeitrag sprach ich ja davon möglichst oft Produkte aus nachhaltiger Landwirtschaft zu kaufen. Und besonders wenn man aufhört Fleisch zu kaufen, hat man plötzlich Geld über für die Bioware die man sich vorher nicht leisten konnte. Aber wenn man das nur noch macht, kann es sein dass man auf einmal mehr für Lebensmittel ausgibt als vorher. Ich kaufe gern Bio, ich gebe das meiste von meinem Geld für Essen aus, und das ist okay für mich, denn ich fühle mich gut dabei. Aber wenn du gern etwas sparen magst, lohnt es sich mit dem Thema Pestizidbelastung auseinander zu setzen und zu schauen welche Lebensmittel nicht unbedingt Bio sein müssen. Und falls du dir Gedanken machst wegen der Umweltbelastung, glaube mir, selbst wenn du nie Bio kaufst, eine pflanzliche Ernährung bringt IMMER weniger Umweltverschmutzung mit als eine Ernährung mit tierischen Produkten.

3. Koche EINFACH, GÜNSTIG und GESUND
Die günstigsten Lebensmittel auf dem Planeten sind Bohnen und Getreide. Lerne ein paar einfache Mahlzeiten daraus zu kochen, zum Beispiel Reis mit Bohnen und einem grünen Gemüse. Dazu schmeißt du ein paar Gewürze oder noch ein bisschen anderes Gemüse, vielleicht noch ein bisschen Knoblauch, und zack! hast du eine Mahlzeit die eine hohe Nährstoffdichte hat, extrem gesund ist, und vorgekocht werden kann, in größeren Mengen, denn die Sparpackungen in Großmengen sind besonders günstig. Das teuerste daran ist das Gemüse, und selbst das könnte man von Zeit zu Zeit weg lassen, wenn es eng ist. Allerdings frage ich mich dann schon wie du das vorher gemacht hast.
Iss Haferflocken mit Banane zum Frühstück; günstiger als 0,50€ das Pfund plus 1,99€ für ein Kilo Bananen wird es nicht, und da ist alles drin was du brauchst.

4. Mach weitestgehend alles selber
Klar ist es manchmal einfacher und entspannter Fertigprodukte zu kaufen. Aber andererseits ist es auch schön sich am Sonntag die Zeit zu nehmen und für die Woche vorzukochen, mit deinem Partner oder deinen Kindern. Es macht Spaß und verbindet. Du kannst sogar eigenes Nussmus machen, vorausgesetzt du hast eine Küchenmaschine die die nötige Kraft hat. Allein dabei bezahlt man nur die Hälfte; zum Beispiel kosten 250g Mandeln um die 3€, 250g Mandelmus so 7€. Wie schon oben erwähnt, kaufe Bohnen getrocknet in Großpackungen und keine Dosen. Zwar ist die Kochzeit erheblich, aber außer rühren muss man nicht viel machen.

5. Du brauchst keine ‚Ersatzprodukte‘
Bitte verabschiede dich von dem Gedanken dass du deinen ehemaligen Fleischkonsum irgendwie kompensieren müsstest. Du brauchst kein Vleisch, Pseudokäse, Vleischsalat, Eierersatz, tonnenweise Sojajoghurt, Quarkimitat, oder ähnliches. Das original ist gesundheitlich gesehen wenig empfehlenswert, das Imitat, meist genauso haltbarkeitsmittel- und zuckerhaltig, nicht viel besser, allerdings wenigstens ohne tierischen Beigeschmack. Ich finde es super dass es diese Produkte gibt, keine Frage, sie macht Anfängern den Umstieg leichter. Der Nachteil ist allerdings dass es suggeriert dass du die Originale eigentlich brauchst, und jetzt durch irgendwas ‚ausgleichen‘ musst. Iss VOLLWERTIGE PFLANZLICHE LEBENSMITTEL, wie Kartoffeln, Nudeln, Reis, Hülsenfrüchte, Bohnen, Nüsse, Obst, Beeren, Blattsalate, Gemüse. Nimm dir die Zeit ein paar einfache Rezepte zu entwickeln, das ist günstig und nährstofftechnisch unschlagbar!

Ich hoffe das hilft euch ein wenig…

bio oder nicht bio – das ist hier die frage…

Wenn man im Supermarkt vor der Riesenauswahl steht, sieht man schnell dass es fast jedes Produkt als konventionelles Produkt gibt oder als Bioware. Doch was ist der Unterschied? Und wie unterscheiden sich Produkte aus dem Biomarkt von Discounter Bioprodukten?

In Europa gibt es das Biosiegel, ein Blatt aus Sternchen. Dieses besagt dass höchstens 0,9% gentechnisch verändertes Material enthalten ist und mindestens 95% der Inhaltsstoffe aus Öko-Anbau kommen.
Lebensmittel mit Bio-Siegel gehören zu den Produkten mit dem höchsten gesetzlich gesicherten lebensmittelrechtlichen Standard. Durch die Einheitlichkeit wird ein breiter Markt gesichert– auch Nicht-EU-Länder richten ihre Verordnungen mittlerweile nach dem Lebensmittelrecht des europäischen Biosiegels aus.
Die nicht-staatlichen Bio-Siegel erfüllen die staatlichen Vorgaben als Mindestwert. Traditionelle Bio-Siegel (Demeter, Bioland, Naturland etc.) sichern weitere höhere Standards wie einen hundertprozentigen Ökoanbau.
Daher ist Bioware aus dem Discounter unter den gleichen Voraussetzungen hergestellt worden wie die Ware beim Bioladen, jedoch ist diese meist noch regional, und/oder erfüllen noch höhere Standards, wie die eben genannten.
Zur Kontrolle von Schädlingen oder Krankheiten können die Landwirte im Ökologischen Landbau nur auf eine eng begrenzte Auswahl von Pflanzenschutzmitteln zurückgreifen. Diese Mittel dürfen nur bei erwiesenem Bedarf verwendet werden und nur, wenn mit den vorbeugenden Maßnahmen der Befall mit Schadorganismen nicht unter Kontrolle gehalten werden kann. Das heißt das Bioprodukte wesentlich weniger mit Pestiziden und Schadstoffen belastet sind. Außerdem wird dadurch die Umwelt weniger belastet, ein Thema das uns allen am Herzen liegen sollte.
In der konventionellen Landwirtschaft werden extrem schädliche Pestizide eingesetzt, die nicht nur die Umwelt belasten, sondern auch für den Menschen gefährlich sein können. Aber eigentlich sollte das nicht groß differenziert werde; was schädlich für unsere Umwelt ist wird uns sowieso zum Verhängnis. Der Einsatz dieser Gifte ermöglicht es den Landwirten großflächig Monokulturen anzubauen, mit möglichst großem Ertrag, was wiederum möglichst viel Gewinn bedeutet. Doch die Gifte bleiben nicht auf den Feldern, sie werden durch Wind und Wetter weit verbreitet, sickern ins Grundwasser, in Seen und Flüsse, wo sie mit allem in Berührung kommen. Und auch am Produkt bleiben oft Rückstände haften, die der Verbraucher dann mitisst, die ihn vielleicht auf lange Sicht krank machen. Also sollte klar sein, um der Gesundheit und der Umwelt‘ Willen, am besten Bio kaufen.
Doch das muss nicht gleich heißen dass künftig dein ganzes Geld fürs Einkaufen drauf gehen muss. Auch beim Discounter gibt es eine große Auswahl an Bioprodukten, die nicht nennenswert teurer sind als die Giftschleudern. Und wenn es nicht immer Bio geht, habe ich eine Richtlinie für mich entwickelt: Alles was ich mit Schale oder roh esse, auch Salate und Kartoffeln, kaufe ich immer Bio; die Produkte bei denen man die Schale nicht mitisst, wie Melonen, können auch mal aus der konventionellen Landwirtschaft stammen, nur unter dem gesundheitlichen Aspekt betrachtet. Wenn man jedoch auch an das Wohl unserer Erde denkt, empfiehlt es sich schon so oft wie möglich zu bio zu greifen.

was ist essenerbrot und solltest du es essen?

Es ist allgemein bekannt dass Vollkornbrot nährstoffreicher ist als weißes Brot. Doch was ist mit gekeimtem Getreide? Und was ist überhaupt Brot aus gekeimtem Getreide?

Durch keimen werden alle Vitalstoffe im Getreide freigesetzt. Wenn man Getreide oder Samen keimt bevor man sie weiter verarbeitet, produziert man lebendes, nährstoffreiche Nahrungsmittel. Das Mehl das aus diesem Getreide gewonnen wird enthält mehr Eiweiß, Vitamine und Mineralien als raffinierte Mehle. Außerdem neutralisiert das Keimen Phytinsäure, eine Substanz die in Getreide und Samen als eine Art Antinährstoff fungiert, um die Nährstoffabsorbstion zu hemmen. Phytinsäure ist im Prinzip dazu da um zu vermeiden dass das Korn im Verdauungstrakt verstoffwechselt wird, also genauso wie es geschluckt wurde wieder herauskommt, und dient somit der Arterhaltung. Ziemlich schlau, das Getreide. Zwar umgeht man das indem man das Korn mahlt, aber wirken tut es trotzdem noch, wenn auch nicht mehr ganz effizient.

Wie unterscheidet sich Brot aus gekeimtem Getreide von Weiß- und Vollkornbrot?
– Weißes Brot wird aus raffiniertem Mehl hergestellt, das heißt das in der Mehlproduktion werden die Randschichten und Keim entfernt und nur der Endosperm, der stärkehaltige Hauptteil des Korns, wird gemahlen. Dieses Mehl enthält die wenigsten Nährstoffe.
– Vollkornbrot wird aus Mehl aus dem gesamten Korn hergestellt. Es liefert wichtige Ballaststoffe und natürliche, vollwertige Vitamine, Mineralien und Proteine.
– Brot aus gekeimtem Getreide wird aus Getreidekörnern hergestellt die gekeimt wurden. Dieser Prozess erhält und fördert die Nährstoffdichte.

Was bedeutet das für die Nährstoffe?
Gekeimtes Getreide enthält mehr Eiweiß und weniger Fett als ungekeimtes, und keimen bricht einen Teil der komplexen Kohlenhydrate in einfach Zucker auf. Es enthält außerdem weniger Gluten, daher ist es für glutensensible Menschen geeignet, jedoch nicht für Menschen mit einer Intoleranz.
Die Essener, also die religiöse Gruppe im alten Judentum, nicht die Menschen die in Essen wohnen, waren die ersten die Brot aus gekeimtem Getreide hergestellt haben. Dazu wurde das Getreide gekeimt, danach durch einen Wolf gedreht, und dieser Brei diente als Teig für die Brotfladen die in der Sonne getrocknet wurden. Einige stellen Essenerbrot noch heute auf diese Weise her, besonders Rohköstler, allerdings kann man Brot aus gekeimtem Getreide auch einfach backen wie normales Brot. Und obwohl ich ja gern selber in meiner Küche experimentiere, ist mir persönlich der Aufwand zu groß, daher kann ich auch ganz hervorragend zum Reformhaus stiefeln und es kaufen. Bei meinem Reformhaus sollte man es vorbestellen, die sind relativ schnell ausverkauft.

Und wie schmeckt es? Wunderbar! Es ist das leckerste Brot ever, versprochen. Es ist ziemlich teuer aber das ist ja verständlich bei dem Aufwand. Probiert es doch mal, oder versucht es mal selber zu machen! Oder habt ihr schon? Sagt es mir in den Kommentaren!

ernährungsmythen

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1. “Ich muss mehr Eiweiß essen”
Viele Menschen wissen nicht dass der Durchschnittsbürger mehr als das Doppelte der empfohlenen Eiweißmenge zu sich nimmt, das meiste davon ist tierischer Herkunft. Leider fördern tierische Eiweiße schnelleres Wachstum von Krebszellen und wurden mit einer Vielzahl von Krankheiten in Verbindung gebracht, unter anderem Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Alzheimers und Nierensteine. Pflanzliche Lebensmittel enthalten mehr als genug Aminosäuren, und eine vollwertige pflanzliche Ernährung bietet genau die richtige Menge für den menschlichen Körper, 8-10% Gesamtkalorienanteil. Das passiert ganz natürlich, ohne Kalorienzählen, wenn man sich für natürliche pflanzliche Lebensmittel entscheidet. Und im Gegensatz zu tierischem Eiweiß, wurden pflanzliche Proteine nicht mit Erkrankungen in Verbindung gebracht. Ganz im Gegenteil, viele heilen oder verhindern die häufigsten Zivilisationskrankheiten.

 

2. „Milch braucht man für strake Knochen“
Viele Menschen setzen Milchkonsum gleich mit Kalzium, starken Knochen und der Vorbeugung von Osteoporose. Die Werbemaschinerie der Milchindustrie hat ganze Arbeit geleistet, die meisten hören diese Unwahrheiten von der Kindheit an. Denn es ist eine Unwahrheit; Milch erhöht die Wahrscheinlichkeit Osteoporose zu entwickeln. Biologisch gesehen ist Kuhmilch dazu da um ein Kalb in eine Kuh zu verwandeln. Menschen haben kein Bedarf für Kuhmilch, genau so wenig wie für Hundemilch oder Katzenmilch oder Stutenmilch. Kuhmilch hat bedeutende Werte an Pestiziden, Antibiotika, gesättigte Fettsäuren und Cholesterin; DAS braucht man auf keinen Fall. Außerdem wurde Kuhmilchkonsum speziell mit Prostata-, Eierstock-, und Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht, sowie Herzerkrankungen und früher Tod. Kalzium kommt aus der Erde, am besten in Form von Grünkohl, Brokkoli und Rosenkohl. Bohnen haben auch viel Kalzium und fast allen pflanzlichen Milchalternativen wurden Kalzium und Vitamin D zugesetzt. Allerdings muss man nicht speziell darauf achten diese Stoffe zu sich zu nehmen; eine vollwertige pflanzliche Ernährung bietet mehr als genug Kalzium für den menschlichen Körper.

 

3. „Hühnerfleisch, Fisch und Eier sind gute Eiweißquellen“
Diese tierischen Lebensmittel enthalten bedeutende Mengen an Cholesterin und gesättigte Fettsäuren, meistens fast genau so viel wie Rindfleisch, also sind sie auch nicht gesünder. Pflanzliche Eiweißquellen beinhalten null Cholesterin und wesentlich weniger gesättigte Fettsäuren. Hühnerfleisch weist Spuren von Antibiotika auf, sowie Pestizide und Fäkalreste, und wird regelmäßig mit Salmonellen und Staphylokokken in Verbindung gebracht, und erhöhen außerdem das Risiko für Diabetes. Fisch enthält Quecksilber, welches neurologische Schäden verursachen kann, und PCBs, Toxine die als karzinogen gelten. Lieber nicht. In einer Vollwertiger pflanzlicher Ernährung ist, wie gesagt, mehr als genug Eiweiß, und viele andere Zauberstoffe die dafür sorgen dass man gesund bleibt.

 

4. „Ich sollte auf Kohlenhydrate verzichten“
Viele Menschen leiden unter der Falschinformation dass sie Kohlenhydrate meiden sollten, um abzunehmen oder ihr Gewicht zu kontrollieren. Anstelle dessen konsumieren sie viele Proteine, meistens tierischen Herkunft, und Fett. Leider erhöht dieses Essverhalten das Risiko für chronische Erkrankungen und Tod, zudem werden dem Körper viele wichtige Stoffe, die in kohlenhydratreichen Lebensmitteln vorkommen, verweigert. Tatsächlich aber ist Kohlenhydrat nicht gleich Kohlenhydrat. Raffinierte Kohlenhydrate in Form von Weißmehl oder Haushaltzucker können unter Umständen Gewichtszunahme bewirken. Komplexe Kohlenhydrate aus Vollkorn Kartoffeln und Hülsenfrüchten hingegen enthalten Ballaststoffe, B-Vitamine, Zink und Aminosäuren und sind eine gute Energiequelle. Bohnen und Obst sind auch gute Komplexkohlenhydratträger. Diese, kombiniert mit buntem Gemüse, ist die optimale Ernährung für Gesundheit bis ins hohe Alter!

 

5. „Gesunde Ernährung ist zu teuer“
Man muss nicht im Biosupermarkt einkaufen um gesunde Lebensmittel zu finden. Tatsächlich sind einige der gesündesten Lebensmittel die weltweit günstigsten, und überall erhältlich. Bohnen, Hülsenfrüchte, Naturreis, Kartoffeln und gefrorenes Gemüse sind meist nicht teuer, besonders wenn man Großpackungen kauft. Biologisch angebautes Obst und Gemüse ist zwar teurer, aber auch herkömmliches Obst und Gemüse ist allemal gesünder als Fleisch und Milchprodukte (egal ob die wiederum Bio sind oder nicht).
Und falls tierische Produkte dennoch mal günstiger sein sollten, denk daran dass sie, auf lange Sicht gesehen, sehr teuer für deine Gesundheit werden.

vegane bodybuilder…

… gibt es nicht. War die erste Antwort auf meinen Hinweis dass tierisches Eiweiß keinen entscheidenden Vorteil gegenüber pflanzlichem Eiweiß beim Muskelaufbau bietet, und der Aufforderung doch mal ‚vegane Bodybuilder‘ zu googeln. Schließlich habe man sich mit Bodybuildern über just dieses Thema im Fitnessstudio unterhalten und der Inhaber desselben war mal Mister Universe und hat an zahlreichen Wettbewerben teilgenommen, da weiß man sowas. Bodybuilder seien sowieso wahre Experten was Ernährung betrifft, da sie einen Großteil ihrer Zeit dafür aufbringen in Erfahrung zu bringen wie man möglichst schnell möglichst bullig wird. Und obwohl man (Mister Universe) mal ein paar vegane Bodybuilder kennengelernt habe, sei man zu dem Schluss gelangt dass diese keinen ‚echten‘ Veganer sind, sondern das alles nur eine PR Masche ist, und die heimlich doch Fleisch essen. Aha.
Im Sinne dieses Blogbeitrags möchte ich vorweg sagen dass es auf diesem Gebiet bestimmt ein paar Scharlatane gibt, wie auch auf jedem anderen Gebiet, aber ich denke doch dass es etwas an den Haaren herbei gezogen ist alle veganen Bodybuilder in eine Schublade mit der Kategorie ‚Lügner‘ zu stecken. Es gibt zahlreiche erfolgreiche Sportler und Bodybuilder die sich rein pflanzlich ernähren.
Leider leiden immer noch viele Menschen unter der Falschinformation dass man Fleisch essen muss um stark zu werden. Aber auf der anderen Seite nehmen Männer oder Frauen die Bodybuilding betreiben und zu einer pflanzlichen Ernährung übergehen, an Masse und Gewicht ab, sowie meine Gesprächspartner. Warum?
Muskeln werden unter zwei Voraussetzungen aufgebaut:
Zum einen wird Muskelwachstum durch Krafttraining stimuliert, und zum anderen muss man genug Kalorien essen um Muskelwachstum und Regeneration zu ermöglichen, wovon ein kleiner Anteil aus Aminosäuren bestehen muss, die Bausteine für Eiweiß.
Pflanzliche Lebensmittel sind generell kalorienärmer. Das bedeutet dass man mehr Masse essen muss um auf die erforderliche Tagesgesamtkalorien zu kommen.
Robert Cheeke, der Gründer und Präsident von Vegan Bodybuilding, hat ungefähr folgenden Essensplan. Direkt nach dem Aufstehen isst er fünf Bananen. Danach gibt es das eigentliche Frühstück, eine Schüssel mit Haferflocken, Obst und Nüssen. Auf dem Weg zum Fitnessstudio gibt es noch drei Bananen. Dann isst er Bohnen, Hülsenfrüchte oder Reis mit Gemüse, und an den Tagen wo ein Workout ansteht isst er mehr um den erhöhten Kalorienbedarf zu decken.
Ernährung spielt eine entscheidende Rolle beim Muskelaufbau. Wenn jemand Probleme beim Aufbau von Muskelmasse hat, liegt das meist an unzureichender Kalorienzufuhr, natürlich in Verbindung damit was für Kalorien es sind (vollwertige pflanzliche Lebensmittel oder stark verarbeitete Lebensmittel). Um in Erfahrung zu bringen ob du genug Kalorien zu dir nimmst, ist es eine gute Idee deinen Grundumsatz, deine Basal Metabolic Rate, zu kennen, und eine ungefähre Vorstellung davon zu haben wie viel du verbrennst. BMR Rechner Das heißt nicht dass du Kalorien zählen sollst, aber es ist hilfreich eine ungefähren Anhaltspunkt davon zu haben.
Soviel zu dem ‚Wieviel‘- ‚Welche‘ Kalorien du isst spielen auch eine entscheidende Rolle. Pflanzliche Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte sollten bevorzugt werden. Wenn man daran interessiert ist Muskeln aufzubauen ist ein Makronährstoffverhältnis von 70/15/15 empfehlenswert, das heißt 70% Kohlenhydrate, 15% Eiweiß und 15% Fett. Wenn man zu einer pflanzlichen Ernährung übergeht ist es auch sinnvoll sich eine App wie Cronometer oder eine andere Kalorienzählerapp zuzulegen, um Einsicht in die Makronährstoffverteilung zu bekommen. Aber wie gesagt, es geht nicht nur um die Gesamtkalorien, sondern auch darum möglichst viele Nährstoffe aufzunehmen. Vollwertige pflanzliche Lebensmittel sind kleine Wunderpakete, voll mit Kohlenhydraten, Aminosäuren, Fettsäuren. Ballaststoffen, Wasser, Vitamine, Mineralien, Antioxidantien, sekundären Pflanzenstoffen und andere Zauberzutaten für einen gesunden, starken Körper. Und das alles ohne Wachstumshormone, Cholesterin, zu viel Eiweiß, Haushaltszucker, raffiniertem Mehl, künstliche Farben, Zusatzstoffe, Geschmacksverstärker, Haltbarkeitsmittel und mehr Ekelzeugs.
Die Aminosäuren in Obst, Gemüse, Nüssen, Hülsenfrüchten, Kartoffeln und Körnern sind mehr als ausreichend zum Muskeln aufzubauen und sportliche Leistungen zu steigern, jedoch sollte man unbedingt darauf achten das richtige und vor allem genug davon zu essen.

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yoga & vegan

Immer mehr Menschen zieht es auf die Yogamatte. Für viele ist es Entspannung, ein neues Körpergefühl, mehr Flexibilität oder einfach mal den Trend ausprobieren, da Yoga in aller Munde ist und immer beliebter wird. Doch oft wird der spirituelle Aspekt vernachlässigt. Yoga ist mehr als sich in komplizierte Haltungen verbrezeln, Yoga besteht genau genommen aus acht Säulen, die Asanas, also die Übungen für den Körper, bilden nur eine davon.

Traditionell gibt es für Yogis zwei Gründe um vegan zu leben.

Karma – im Veda bedeutet das essen von Fleisch schlechtes Karma. Ein Mensch der Fleisch, also Leischenteile, isst, nimmt all die negativen Gefühle des Verstorbenen in sich auf. All der Schmerz, die Wut, Angst und das Leiden, die in Fleisch enthalten sind, hemmen spirituelles Wachstum. Fleisch verhindert dass sich Energie frei im Körper bewegen kann, was bedeutet dass die Asanas und Meditation in Endeffekt sinnlos sind.

Ahimsa – das Prinzip der Gewaltlosigkeit, welches eine wichtige Rolle im Leben eines Yogis spielt. Ich denke nicht dass ich erklären muss wie die Massentierhaltung, bzw. überhaupt Tierhaltung, unserem Körper, unseren Mitmenschen, der Umwelt und den Tieren Gewalt antun.

Yoga zu praktizieren heißt nicht nur vegan zu leben, sondern in den eigenen Handlungen umsichtig und achtsam zu sein. Es heißt dem Leben mit Barmherzigkeit und Demut zu begegnen, und dein Essverhalten sollte Teil dieser Barmherzigkeit sein. Wenn du dich nur dazu entscheidest keine Leichenteile mehr zu konsumieren, ohne Liebe für Tiere und Umwelt, dann wird dir dies keinen Vorteil in deinem spirituellen Wachstum bringen. Genauso wenig wird dich ein veganer Lebensstil allein weiterbringen wenn du im Alltag gehässig bist, Menschen misshandelst, oder Hilfe unterlässt; auch dann handelst du nicht nach dem Ahimsa Prinzip.

Im Endeffekt geht es darum in welche Richtung dein Yoga gehen soll. Wenn Yoga für dich Entspannungsübungen sind, ein Ausgleich oder um Kraft aufzubauen, dann kannst du sicher von den Asanas profitieren, ohne deine Ernährung umzustellen. Wenn du jedoch auch die spirituelle Reise durch dich, zu dir selbst erfahren möchtest, kommt ein Punkt an dem du über dich und deine Handlungsweisen nachdenken solltest – und vielleicht deine Perspektive änderst. Namaste 

entzug von der antibabypille

Viele nehmen Sie jeden Tag, über Jahre hinweg, denken nicht weiter darüber nach, so eine kleine Pille, ist ja nichts Schlimmes. Aber doch, ja, ist es schon. In meinem Artikel Pille – nein ich möchte nicht hatte ich ja bereits auf die Gefahren hingewiesen, die mit der Pille einhergehen.

Heute möchte ich euch erzählen wie es mir mit dem Absetzen ergangen ist.

Ich war 15 als ich das erste Mal zum Frauenarzt gegangen bin. Damals habe ich noch Milchprodukte gegessen und hatte immer starke Regelschmerzen, mit Migräne und übergeben. Der Arzt verschrieb mir dann die Pille, damit meine Regelschmerzen weniger werden; über Ernährung hat niemand mit mir gesprochen, und ich bezweifle dass es heute anders ist. Also fing ich an sie zu nehmen. Ein halbes Jahr später war ich 12 Kilo schwerer, denn uups, ich bin Östrogenintolerant. Ist ja gar nicht schlimm, gibt’s halt Gestagen (gelbkörper Hormon). Und das nahm ich dann. Über 15 Jahre lang. 15 Jahre hatte mein Körper keinen eigenen Zyklus. Zum Glück habe ich irgendwann das Licht gesehen und mich von dem Teufelszeug getrennt. Das war aber nicht so leicht, 15 Jahre sind schließlich eine lange Zeit.

Im ersten halben Jahr (Dezember 2014 bis Mai 2015) ohne Pille ging mein Gewicht ein paar Kilo hoch und schwankte. Erst in den letzten vier Monaten habe ich die für mich normalen 47 Kilo wieder, allerdings ohne Diät oder sonstiges, das wisst ihr ja wohl, mein Körper hat sich nur mit seinen Hormonen eingepegelt und die Giftstoffe ausgeleitet.
Ich habe auch in der Entgiftungsphase ziemlich schlechte Haut gehabt, ist ja klar, der Körper entgiftet stark über die Haut. Ich hatte mitunter sehr große, weiße Pickel, besonders am Hals. Abartig, kann ich euch sagen. Aber auch das ging vorbei, zum Glück. Haarausfall hatte ich auch einige Zeit, das ging aber nach zwei Monaten zurück.
Stimmungsschwankungen waren auch sehr stark, ich hatte schon langsam die Befürchtung manisch depressiv zu sein, besonders mein Umfeld tat mir leid. Es war echt nicht leicht.
Etwas Positives! Ich hatte extrem viel Bock auf Sex  Die Pille drückt nämlich oft die Libido, daher kann es sein dass man in der ersten Zeit ohne Pille leicht nymphomanische Tendenzen an den Tag legt.

All das zeigt aber dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe und ich kann es nur jedem nahelegen es auch zu tun. Es ist hart in der ersten Zeit, aber wenn man den Entzug hinter sich hat ist alles so viel besser als vorher, ich glaube sogar dass meine Brüste noch ein bisschen größer geworden sind… Wenn ihr also diese Symptome habt wenn ihr die Pille absetzt, es ist alles in Ordnung, es geht vorbei. Haltet durch!